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Antifrogen Mischungsverhältnis: Wie Sie das richtige Gemisch berechnen und auswählen

Antifrogen Mischungsverhältnis: Wie Sie das richtige Gemisch berechnen und auswählen

Das falsche Mischungsverhältnis bei Antifrogen kann eine Anlage in kurzer Zeit ernsthaft schädigen – durch Korrosion, Einfrieren oder nachlassende Wärmeübertragung. Das richtige Glykol-Wasser-Gemisch schützt Heizungs-, Kälte- und Wärmepumpenanlagen zuverlässig vor Frost und sorgt gleichzeitig für optimale Betriebssicherheit. In diesem Artikel erfahren Sie, welches Mischungsverhältnis für Ihre Anlage geeignet ist, wie Sie es berechnen und worauf Sie beim Anmischen und Messen achten sollten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist Antifrogen eigentlich und warum ist das Mischungsverhältnis entscheidend?
  3. Schutzbereich, Anlage, Einsatz: Welches Mischungsverhältnis brauchen Sie?
  4. So berechnen Sie das Antifrogen Mischungsverhältnis für Ihre Anlage richtig
  5. Antifrogen N oder Antifrogen L – was ist der Unterschied und was passt zu Ihrer Anlage?
  6. FAQ
  7. Jetzt das richtige Produkt wählen und Anlage sicher befüllen

 

Das Wichtigste in Kürze

Kanister der Kühlsole Antifrogen
  • Antifrogen ist eine Wärmeträgerflüssigkeit auf Glykol-Basis, die Anlagen vor Frost und Korrosion schützt.
  • Das Mischungsverhältnis wird in Volumenprozent (Vol.-%) angegeben und bestimmt die Gefrierschutztemperatur.
  • Antifrogen N basiert auf Ethylenglykol und eignet sich für technische Anlagen; Antifrogen L auf Propylenglykol-Basis ist lebensmittelnah und HACCP-konform.
  • Für Wärmepumpenanlagen in mitteleuropäischen Klimazonen empfiehlt sich typischerweise ein Mischungsverhältnis von 27 bis 39 Vol.-%.
  • Vor jeder Nachdosierung muss das vorhandene Gemisch mit einem Refraktometer gemessen werden.
  • Die Wasserqualität spielt eine entscheidende Rolle: Für die Anmischung ist enthärtetes Wasser erforderlich.

Was ist Antifrogen eigentlich und warum ist das Mischungsverhältnis entscheidend?

Antifrogen N auf Ethylenglykol-Basis ist für geschlossene technische Kreisläufe konzipiert und wird überall dort eingesetzt, wo kein Kontakt mit Lebensmitteln oder Trinkwasser möglich ist  – etwa in Kälteanlagen, Industrieprozessen oder Wärmepumpenanlagen. Antifrogen L dagegen basiert auf Propylenglykol, ist für lebensmittelnahe Bereiche zugelassen und eignet sich für HACCP-konforme Prozesse.

Das Mischungsverhältnis entscheidet, bei welcher Temperatur das Gemisch einfriert, wie stark die Viskosität steigt und wie effizient die Wärmeübertragung abläuft. Ein zu geringer Glykolanteil schützt nicht ausreichend; ein zu hoher Anteil erhöht die Viskosität und verschlechtert die Wärmeübertragung. Beides kostet Effizienz oder verursacht Schäden. Über unser Sortiment an Wärmeträgern und Kühlsolen erhalten Sie sowohl Antifrogen N als auch Antifrogen L in den gängigen Konzentrationen.

 

Schutzbereich, Anlage, Einsatz: Welches Mischungsverhältnis brauchen Sie?

Die Wahl des richtigen Mischungsverhältnisses hängt von der geplanten Gefrierschutztemperatur, dem Anlagentyp und dem Einsatzbereich ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Werte für Antifrogen N und L:

Antifrogen N:

Konzentration (Vol.-%) Gefrierpunkt (°C) Stockpunkt (°C)
20 −9 ca. −13
25 −12 ca. −17
30 −16 ca. −21
35 −20 ca. −26
40 −25 ca. −31
45 −31 ca. −36
50 −37 ca. −44

Richtwerte für Antifrogen N

 

Antifrogen L:

Konzentration (Vol.-%) Gefrierpunkt (°C) Stockpunkt (°C)
25 −10 ca. −12
30 −13 ca. −16
35 −17 ca. −20
40 −21 ca. −25
45 −26 ca. −31
50 −33 ca. −42

Richtwerte für Antifrogen L

 

Folgende Faktoren beeinflussen die Wahl des Mischungsverhältnisses:

  • Klimazone: Die tiefste zu erwartende Außentemperatur am Anlagenstandort bestimmt die erforderliche Gefrierschutztemperatur, die die tatsächlichen Minusgrade um mindestens 5 bis 10 Kelvin unterschreiten sollte.
  • Anlagentyp: Wärmepumpen, Solaranlagen, Kälteanlagen und Industrieprozesse haben unterschiedliche Temperatur- und Druckbereiche, die das Mischungsverhältnis beeinflussen.
  • Normen und Vorschriften: Bestimmte Branchenanforderungen oder Herstellervorgaben schreiben ein Mindestmischungsverhältnis vor.
  • Lebensmittelnaher Einsatz: Ist ein direkter oder indirekter Kontakt mit Lebensmitteln möglich, ist Antifrogen L in HACCP-konformer Konzentration vorgeschrieben.

 

So berechnen Sie das Antifrogen Mischungsverhältnis für Ihre Anlage richtig

Das Anmischen einer Glykol-Wasser-Lösung lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen. Ausgangspunkt ist das Systemvolumen der Anlage sowie die gewünschte Konzentration in Volumenprozent (Vol.-%).

Berechnungsformel: Menge Antifrogen (Liter) = Systemvolumen (Liter) × gewünschte Konzentration (Vol.-%)

Beispiel: Eine Anlage hat ein Systemvolumen von 100 Litern. Gewünscht ist eine Konzentration von 30 Vol.-%. → 100 × 0,30 = 30 Liter Antifrogen + 70 Liter enthärtetes Wasser.

Zur einfachen Planung empfehlen sich fertig abgestimmte Wassergemische, z. B. Antifrogen ®  N – 20 Vol.-% Wassergemisch, Antifrogen® N - 34 Vol.-% Wassergemisch, Antifrogen N ®  – 30 Vol.-% Wassergemisch oder Antifrogen® L - 35 Vol.-% Wassergemisch.

Häufige Fehler bei der Anmischung, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

  • Falsches Wasser: Hartes oder unbehandeltes Leitungswasser fördert Kalkablagerungen und Korrosion – nur enthärtetes Wasser verwenden.
  • Nachdosieren ohne Messung: Wer einfach auffüllt, ohne vorher das vorhandene Mischungsverhältnis per Refraktometer zu prüfen, verwässert oder überdosiert das Gemisch.
  • Falsche Produktvariante: Antifrogen N und L sind nicht füreinander austauschbar – weder in Bezug auf Materialverträglichkeit noch auf regulatorische Anforderungen.
  • Fehlende Dokumentation: Ohne Protokoll über Befüllung und Messung lässt sich der Zustand der technischen Sole nicht nachvollziehen.

 

Antifrogen N oder Antifrogen L – was ist der Unterschied und was passt zu Ihrer Anlage?

Beide Produktlinien bieten zuverlässigen Frost- und Korrosionsschutz, unterscheiden sich jedoch in Chemie, Verträglichkeit und Zulassungsrahmen erheblich. Antifrogen® N  basiert auf Ethylenglykol, bietet sehr gute Wärmeübertragungseigenschaften und niedrige Viskosität, ist jedoch gesundheitsschädigend und deshalb nur für geschlossene technische Kreisläufe geeignet, in denen kein Kontakt zu Lebensmitteln oder Trinkwasser möglich ist.

Antifrogen® L  basiert auf Propylenglykol, ist unbedenklicher und entspricht HACCP-Anforderungen für lebensmittelnahe Bereiche. Es wird u. a. in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, in Brauereien, Molkereien und Kühlkreisläufen in der Hotellerie eingesetzt.

Kriterium Antifrogen N Antifrogen L
Basis Ethylenglykol Propylenglykol
Lebensmittelnah nein ja (HACCP-konform)
Viskosität niedriger etwas höher
Typischer Einsatz Wärmepumpe, Kälteanlage, Industrie Lebensmittelverarbeitung

Vergleich Antifrogen N und Antifrogen L nach Eigenschaften und Einsatzbereichen.

 

FAQ

 

Können Antifrogen N und Antifrogen L gemischt werden?

Nein. Antifrogen N (Ethylenglykol-Basis) und Antifrogen L (Propylenglykol-Basis) sollten nicht miteinander gemischt werden. Beide Produkte haben unterschiedliche chemische Grundlagen und Korrosionsschutzpakete. Eine Vermischung kann die Schutzwirkung beeinträchtigen und die Materialverträglichkeit der Anlage gefährden.

Wie messe ich das Mischungsverhältnis in der Anlage?

Das Mischungsverhältnis wird mit einem Refraktometer gemessen. Dazu wird eine kleine Probe der Soleflüssigkeit aus dem Anlagenkreislauf entnommen und auf das Messgerät aufgetragen. Der angezeigte Wert gibt die Konzentration in Vol.-% an. Diese Methode ist schnell, präzise und kann auch direkt vor Ort durchgeführt werden.

Wie oft muss das Antifrogen-Gemisch erneuert werden?

Antifrogen-Gemische sollten regelmäßig auf Konzentration, pH-Wert und Aussehen geprüft werden. Es sind keine festen Intervalle vorgeschrieben, eine Kontrolle einmal im Jahr ist jedoch empfehlenswert. Eine Erneuerung ist erforderlich, wenn die Konzentration außerhalb des Sollbereichs liegt, der pH-Wert abgesunken ist oder die Flüssigkeit sichtlich verfärbt oder trüb erscheint.

Was passiert bei einem zu hohen Antifrogen-Anteil im Gemisch?

Ein zu hoher Glykolanteil erhöht die Viskosität der Soleflüssigkeit spürbar. Das verschlechtert die Pumpfähigkeit und die Wärmeübertragung, erhöht den Energieverbrauch und kann in bestimmten Anlagentypen zur Überhitzung führen. Zudem steigt die Gefahr von Ablagerungen.

 

Jetzt das richtige Produkt wählen und Anlage sicher befüllen

So gehen Sie richtig vor:

  • Bestimmen Sie die erforderliche Gefrierschutztemperatur anhand der klimatischen Bedingungen am Anlagenstandort.
  • Wählen Sie das passende Mischungsverhältnis und berechnen Sie die benötigte Menge Antifrogen und enthärtetes Wasser.
  • Entscheiden Sie anhand des Anlagentyps und der gesetzlichen Anforderungen, ob Antifrogen N oder Antifrogen L die richtige Wahl ist.
  • Messen Sie bei Bestandsanlagen vor jeder Nachdosierung das vorhandene Mischungsverhältnis mit einem Refraktometer.
  • Dokumentieren Sie Befüllung, Konzentration und Prüfdatum für eine lückenlose Anlagendokumentation.

 

Bei uns, der Lerch Raumklima GmbH, finden Sie Antifrogen N – 34 Vol.-% – 10 kg-Gebinde und Antifrogen N – 20 Vol.-% – 10 kg-Gebinde sowie weitere fertige Wassergemische in abgestimmten Konzentrationen für unterschiedliche Einsatzbereiche. Unsere Produkte sind in 10 kg-, 20 kg- und 60 kg-Gebinden sowie im 214 kg-Fass erhältlich. Für große Mengen bieten wir außerdem IBC-Container mit Füllmengen von 1.028 kg bis 1.100 kg an. Für den wirtschaftlichsten Einsatz empfehlen wir den Kauf des Konzentrats.

Wir beraten Sie gerne persönlich, damit Sie das Produkt bekommen, das zu Ihrer Anlage passt. Auch nach dem Kauf stehen wir Ihnen zur Seite.